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Zwischen Wachs und Stahl; bis auf Hochglanz poliert und gleichzeitig absorbierend matt; sowohl hervorstechend und entgegenstrahlend als auch hineinversunken, sich entziehend. Eine breite Palette der Gegensätze bestimmt das Werk Kapoors. Ihrer Verschiedenheit scheinbar zum Trotz oder möglicherweise sie geradezu ehrend, ergänzen sich die einzelnen Elemente. Sie schmiegen sich  sanft umeinander, um gleichzeitig gewaltvoll ineinander einzugreifen. Zuerst leise im Raum versteckt warten sie geduldig, um uns plötzlich schreiend entgegenzutreten. Dabei besitzen sie eine einnehmend emotionale Wirkung. Wenn rohes, hartes Metall auf weiches Wachs trifft, verspürt der Betrachter einen Stich.

Das Unbehagen vermischt sich jedoch mit Faszination. Auf den ersten Blick unbegreifbare Raumdimensionen verführen ihn, wecken seine Neugier. Sich gleichzeitig entziehend und Distanz wahrend, sehnen sich die Skulpturen nach Nähe. Sie flehen um Berührung. Ihren geschmeidigen Linien zu folgen erscheint tatsächlich als einzige Möglichkeit sie in ihrer Gesamtheit begreifen zu können. Irgendwo zwischen Illusion und Provokation, scheinbar unauffällig platziert, stellen sie die gewohnte Wahrnehmung in Frage und beherrschen den Raum ohne ihn dabei zu sprengen.

Ihre unaufdringliche Präsenz gepaart mit ihrer verführerischen Materialität und anziehender Form wirkt und wirkt und wirkt. Fragmentierte Nachbilder, emotionsgeladene Erinnerungen halten noch tagelang nach dem Besuch der Ausstellung an.


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